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Farbmetrik
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Farbe ist eine menschliche Sinnesempfindung. Sie ist keine physikalische Eigenschaft. Jeder sichtbare Körper erzeugt aufgrund seiner Reflexionseigenschaften einen Farbreiz (Farbreizfunktion) und in der Folge eine Farbwahrnehmung beim Beobachter. Sichtbar ist nur der Bereich elektromagnetischer Wellen zwischen 380 nm und 780 nm. Sonstige optische Wahrnehmungen wie Struktur (Licht-Schatten-Wirkungen), Glanz, Rauigkeit sind vom Begriff der Farbe abzugrenzen. Auch psychologische Effekte und Phänomene, die sich auf den Sehsinn beziehen (etwa Umstimmung oder Adaption), sind nicht der Farbwahrnehmung zuzuordnen.

Um Farben technisch zu erfassen bedarf es einer Messeinrichtung. Da es sich bei Farbe aber um eine Sinnesempfindung und nicht um eine physikalische Größe handelt, muss hierfür ein besonderes Maßsystem eingeführt werden, welches die Farbmetrik begründet und grundsätzlich in Normen (vgl. DIN 5033) definiert wird. Ziel der Farbmetrik ist die eindeutige Bestimmung von Farben durch Farbmaßzahlen. Die Basis der Farbmetrik bilden die sogenannten Normspektralwertfunktionen (siehe Bild).

Normspektralwertkurven

Sie definieren die drei spektralen Wirkfunktionen des farbmetrischen Normalbeobachters, mit denen die Farbreizfunktion bewertet werden muss. Die Normspektralwertfunktionen wurden für zwei Gesichtsfeldgrößen (2° und 10°) normiert . Zur eindeutigen Bestimmung der Farbmaßzahlen sind weitere definierte Messbedingungen notwendig, die ebenfalls in Normen festgelegt sind.

Farben können mit Farbmaßzahlen in unterschiedlichen Farbenräumen gekennzeichnet werden. Die Basis bildet das Normvalenzsystem mit den Normfarbwerten X (Rot), Y (Grün) und Z (Blau). Aus den Normfarbwerten entsteht durch Bildung der Normfarbwertanteile x (Rotanteil) und y (Grünanteil) die bekannte Normfarbtafel (siehe Bild) .

Normfarbtafel

Ein wesentlicher Nachteil des Normvalenz-Farbenraums ist, dass die geometrischen Farbabstände sehr stark von den empfundenen Farbabständen abweichen. Mit dieser Problematik befasst sich die sogenannte höhere Farbmetrik. Es wurden verschiedene Farbenräume definiert, die eine möglichst gute Übereinstimmung zwischen geometrischem und empfundenem Farbabstand bieten (sogenannte gleichförmige bzw. gleichabständige Farbenräume). Der am häufigsten verwendete angenähert gleichabständige Farbenraum ist der CIELAB-Farbenraum mit den Farbmaßzahlen L*, a* und b*.

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